Einsteigen Schritt für Schritt

  1. Sich informieren
  2. Voraussetzungen (persönlich/betrieblich), Beweggründe/Motivation?
  3. Rahmenbedingungen und Anforderungen klären (Gesetzliches, Rechtliches, Bauliches, Fachwisssen, Organisatorisch, Familiär usw)
  4. Abschätzen: Vor/Nachteile, Risiken/Chancen => Fazit
  5. Zielgruppe Betreuungsdienstleistung, welche? Wer passt zu uns? Zu wem passt unsere Ausgangslage und unsere Ziele und Werte? In welchem Bereich ist die Nachfrage wie?
  6. Wieviel Zeit können wir (auch Betriebsspitzen) aufwenden? Siehe auch Checkliste.
  7. Zusammenarbeit: Mit wem? In welcher Form? Checkliste
  8. Entscheid; was wie wann mit wem wo womit wieviel...?
  9. Finanzierung, Bewilligung, Versicherungen klären
  10. Vertragliches, Administratives (bei Selbständigkeit Marketing)
  11. Weiterbildung, Bauliches/Einrichtung evtl.
  12. Arbeitsorganiation: Jahr/Monat/Woche/Tagesplanung, Was geben wir dafür ab? Zuständigkeiten, Ablös, Freitage- und Ferien/Entlastungsregelung, Koordination im Betrieb
  13. Besprechung mit Beteiligten (Familie und Umfeld)

Je nach Ausgangslage und Angebot werden die einzelnen Schritte in anderer Abfolge oder paralell aktuell oder notwendig sein.

 

Tipp:

  • Klären Sie Ihre Beweggründe für den Einstieg in Betreuung gründlich
  • Nur starten, wenn genügend Zeit bereitgestellt werden kann. In den meisten Fällen wird es nötig sein, bestehende Arbeiten/Arbeitsabläufe und Rollen im Betrieb zu überdenken und anzupassen. Weitere Nebenerwerbe vertragen sich kaum mit Sozialer Betreuung
  • Wenn dringend und ausschliesslich Einkommensdefizite wettgemacht werden müssen, empfielt sich der Einstieg in Soziale Betreuung wenig.
  • Der Betreuungsalltag an und für sich ist herausfordernd. Sie treffen auf Menschen mit anderen Lebensentwürfen und Weltbildern, Menschen die unfreiwillig bei Ihnen sind (z.B. verordneter Straffvollzug)
  • Je nach Familienphase eignen sich einzelne Betreuungsformen weniger oder eher 

Fragen zum Einstieg

  • Habe ich und mein Partner Freude und Interesse, Leute in zum Teil schwierigen Situationen auf einem Wegstück zu begleiten?
  • Haben wir Fähigkeiten und Strukturen, damit wir in einem Betreuungsbereich
  • tätig werden können?
  • Haben wir Zeit? Sind wir bereit, diese Zeit zu investieren?
  • Evtl: was können/müssen wir zu Gunsten abgeben/umorganisieren?
  • Sind wir auch während Arbeitsspitzen zusätzlich belastbar?
  • Sind wir bereit, betriebliche Strukturen der Betreuung anzupassen?
  • Sind wir uns bewusst, dass Aufträge nicht garantiert sind? (Freier Markt)
  • Sind wir uns bewusst, dass gesamte Familie inkl. eigenen Kindern und
  • weitere auf dem Hof lebende Personen einverstanden sein müssen?
  • Kennen wir die persönliche Familienstruktur so gut, um einen passende
  • Klient resp. Betreuungsangebot finden zu können?
  • Wissen wir, dass eine eventuelle Mitarbeit von Klienten auf unserem Betrieb
  • vor allem wertorientiert und nicht leistungsorientiert ist?
  • Als Betreuungsfamilie sind sie Wegbegleiter – den Weg gehen müssen
  • *Klienten selber. Wie sicher und klar ist uns die Rolle als Betreuungsfamilie
  • bereits? Wissen wir, was es beinhalten soll/kann – was nicht?
  • Ist es ein wichtiges Ziel von uns, die positive persönliche Entwicklung der
  • Klienten und die Vermittlung von Werten in den Vordergrund zu stellen?
  • (z.B. durch Verantwortung für ein Tier, Mitglied in Familiengemeinschaft)
  • Sind wir uns bewusst, dass Betreuungsarbeit eine Arbeit ist, die weniger
  • körperlich, dafür mehr psychisch sehr anspruchsvoll ist?
  • Sind wir bereit, eine Peron zu betreuen und zu akzeptieren, auch wenn
  • diese andere Werte und andere Normen lebt als wir und unsere Familie?
  • Sind wir offen und kontaktfreudig?
  • Sind wir bereit, Konflikte zu thematisieren und können wir damit umgehen?
  • Können wir uns auch mit dem Umfeld des Klienten auseinander setzen?
  • Kennen wir die relevanten Rahmenbedingungen?
  • Sind wir bereit, unsere Familienstruktur für Klienten und allenfalls weitere
  • Fachstellen zu öffnen?
  • Sind wir bereit, uns laufend auf diesem Gebiet weiterzubilden?
  • Bleibt uns im Moment genügend Freizeit/Erholungszeit?
  • Haben wir jemanden, der uns vertreten kann?
  • Sind wir körperlich und seelisch gesund?
  • Erkennen wir rechtzeitig unsere persönlichen Grenzen und haben wir Entlastungsmöglichkeiten
  • abgeklärt?
  • Ist uns bewusst, dass die finanzielle Entschädigung nicht Hauptgrund sein
  • darf? Wissen wir gleichzeitig auch, dass Betreuung ihren Wert und Preis
  • hat (weder Helfersyndrom noch Abschöpfung ist die Motivation)?

Mögliche Schatten

  • evtl. eingeschränkte Privat- und Familiensphäre
  • evtl. "24-Std. Bereitschaft
  • Weitere Person/en sitzt am Tisch
  • Reaktion von eigenen Kindern wie Eifersucht, Konflikte etc
  • Reaktionen von Umfeld, Dorf, Familie, Eltern/Schwiegereltern auf dem Hof
  • Je nach Betreuungsform: Familie gibt ein Stück ihrer "Normalität" auf, dauernder "Ausnahmezustand", unberechenbare Dynamik, permanentes Konfliktfeld mit z.B leiblichen Eltern/Herkunftsfamilie des zu Betreuuenden
  • Können wir Grenzen setzen und standhaft bleiben? Was wenn z.B Jugendlicher trotz Verbot auf dem Zimmer oder in der Scheune kifft/raucht? Abhaut? Trotz Handyverbot sich eines "verschafft" usw.

Was passt für uns?

Aus Sicht Betrieb/Personen:

Was können wir besonders gut?

Was macht uns Freude?

Welche Werte sind uns wichtig?

Mit welchen Menschen ist uns am wohlsten?

Für welche Betreuungsform haben wir besonders gute Voraussetzungen?

Angestellt oder Selbstständig/Freischaffend?

Von der Nachfrage her:

Wo besteht Bedarf? Nachfrage?

Von wem werden Betreuungsplätze nachgefragt?

Welche Betreuungsdienstleistungen sind gesucht?

Erfahrungen sammeln:

  • Landdienst
  • wwoof
  • Kinderferien ohne Eltern

Tagsüberangebote wie:

  • Mittagstisch
  • Mitbetreuung (Spiel-gruppe, Müttertreff, Krabbelgruppe usw)
  • Tageseltern

Risiken klein halten

Ohne finanzielles Risiko:

  • Angestellt
  • Mitbetreuung
  • ohne bauliche Massnahmen