Mittagstisch

Der Mittagstisch ermöglicht die Betreuung und Verpflegung von Kindern in Kinder- und Schulalter zwischen dem Unterricht am Morgen und am Nachmittag. Zusammen mit Blockzeiten in Kindergarten/Schule kann ein regelmässiger Mittagstisch die Vereinbarkeit von Familie & Beruf ermöglichen.

  • Mittagstisch bietet berufstätigen Eltern die Möglichkeit ihre Kinder über Mittag "in guten Händen" zu wissen (Kinder sind nicht sich selber überlassen)
  • Er bietet Kindern die Möglichkeit, in einer Gruppe die Mittagszeit zu verbringen und gemeinsam zu essen. Sie erhalten eine warme Mahlzeit und sind über die Mittagszeit betreut
  • Kinder können in einer Gruppe gemeinsam Mittag essen, spielen, ausruhen und teilweise auch (betreut/unbetreut) Hausaufgaben erledigen
  • Einige Mittagstische bieten auch nachschulische Betreuung (Nachmittag / Lehrer fällt aus)
  • Alter der Kinder: meist zwischen 5 - 12 Jahre. Für ältere Kinder  müssen "coole" Angebote her z.B Schüler-Cafi
  • Pro BetreuuerIn werden ca. 10 - 20 Kinder betreut (meist erfahrene Mütter, sozial engagierte Frauen)
  • Betreuung je nach Schulzeiten/Angebot 1,5 - 3,5 Std
  • Während Schulferien geschlossen

In Bezug auf die Betreuung, die Zubereitung der Mahlzeiten und die Trägerschaft sind sie ganz unterschiedlich organisiert.

Mittagstisch sind oft als Verein organisiert und an einen Schulstandort oder Schulgemeinde gebunden. Die BetreuerInnen sind idR von einem privaten Trägerverein, der Gemeinde oder Schulgemeinde angestellt.  

Mittagstisch privat anbieten

Die Kostenansätze können durch die Landw. Beratung errechnet werden. Der Mittagstisch ist eine ideale Möglichkeit Erfahrungen mit der Mitbetreuung ausserfamiliären Kindern in der eigenen Familie zu sammeln (Einstieg in Soziale Betreuung). Ein Angebot soll trotzdem längerfristig (Schuljahr oder in Bergregionen oft auch nur Winter) ausgerichtet sein, damit sich interessierte Eltern darauf ausrichten können (Job).

  • meist Melde/Bewilligungsfrei (bis 4 Kinder)
  • Ohne bauliche Massnahmen möglich

Was ist ein "guter" Mittagstisch?

Für Kinder im Mittagstisch wichtig:

  • Spielkameraden im ähnlichen Alter, ähnliche Interessen
  • angenehme Räume und Umfeld, kindgerechte, anregende Gestaltung; Bewegungsfreiheit, Möglichkeit, sich zurückzuziehen und/oder auszutoben
  • zugewandte und achtsame Betreuung, klare Regeln, Einbezug der Kinder und ihrer Bedürfnisse in die Gestaltung der Mittagszeit 
  • schmackhafte Ernährung unter Einbezug der Vorlieben der Kinder, kein Zwang alles essen zu müssen

Ausserschulische Nachbetreung

Es kann sein, dass Arbeitszeiten der Eltern nicht auf die Schulzeiten der Kinder passen. In der ausserschulischen Vor/Nachbetreuung sind Kinder vor/nach der Schule betreut, auch wenn die Eltern an der Arbeit oder unterwegs sind. Die Betreuungsfamilie ist sozusagen die "Anlaufstelle" vor/nach der Schule für die Kids.  

  • Mit/ohne Mittagstisch
  • Mit/ohne Hausaufgabenhilfe

Diese Form der Betreuung kommt am ehesten der Betreuung als Tagesmutter/Tagesvater nah.

> gesetzliche Regelung


Räumlichkeiten
  • Lage: im oder Nähe Schul/Kindergarten z.B Gemeinezentrum
  • Kinder sollen Möglichkeit haben, sich über Mittag zurückzuziehen, zu Ruhen, ungestört Hausaufgaben machen zu können oder nach Bedarf  sich auszutoben
  • Ausreichend Tageslicht und altersgerechte Sicherheitsvorkehrungen
  • Genügend Sanitäre Anlagen (WC/Lavabo, Möglichkeit Zähne putzen)
  • Öffentliches Angebot mit Kochen vor Ort, bedingt eine der Lebensmittelhygiene entsprechende Einrichtung. Eine minimale Küchen-Infrastruktur ist aber auch für die Aufbereitung angelieferten Essens unabdingbar (Wärmen, Lagern, Kühlen, Abwaschen)

Grössere Kinder oder solche die beim Mittagtisch Familienanschluss möchten => nutzen private Angebote z.B bei Bauernfamile in der Nähe

Eigene Mittagstischräumlichkeiten (zu bauen), selbst für grosse Angebote sind nicht finanzierbar => mit andern Partnerschaften schliessen (z.B Gastroräumlichkeiten Bauernhof von MO/DI und DO/FR über Mittag nutzen, am Weekend finden dort Hochzeiten und Geburtstage statt)


Aus-/Weiterbildung

Ein Mittagstisch wird gestandene Bäuerinnen organisatorisch nicht vom Hocker hauen. Er kann dennoch vor Herausforderungen stellen. Die Bedürfnisse und Erwartungen von Eltern, Kinder und einer evtl. Trägerschaft sind nicht einfach unter einen Hut zu bringen.

  • Ausbildungspflicht: keine
  • Lehrgang für BetreuuerInnen von Mittagstischen: Randzeitenangebote, Aufgabenhilfe, Weiteres zu schulergänzender Betreuung. Info: www.kindundbildung.ch

Finanzierung / Trägerschaft

Für Bauernfamilien ist es optimal, einen privaten Mittagstisch mit Famlienanschluss zu bieten. Dieser kann sozusagen mit der Familie "mitlaufen". Gerade abgebende Eltern von Einzelkindern schätzen den Familienanschluss über Mittag.
Die Kinder können mit den eigenen Kindern oder je nach Absprache auch in die "FAmilienpflichten" / Familienalltag miteinbezogen werden z.B Hausregeln, Ämtli, Hasen füttern usw.

  • Die Bauernfamilie legt die Kosten für dieses private Angebot selber fest (Kostenansätze bei der Landw. Beratung)

Öffentliche Mittagstische brauchen eine Trägerschaft wie Spielgruppen, KiTas usw. Träger sind meist Schul- oder Kirchgemeinde, die Gemeinde, ein Eltern- oder Quartierverein, oder man kann selber ein Verein gründen. Der Aufbau ist anspruchsvoll und die Führung beinhaltet vielfältige Aufgaben (Organisation, Werbung, Finanzierung, Kalkulation, Personalführung, Rechtliches/Gesetz-liches, Abrechnen, Einkauf usw).

  • Der Mittagstisch wird durch Elternbeiträge finanziert. Meist reicht das nicht aus. Weitere Möglichkeiten: die Gemeinde unterstützt Mittagstische mit kostenlose oder kostengünstige Vergabe von Räumlichkeiten, Eigenleistungen des Vereins (Einnahmen aus Spenden, Legaten, Sponsoring), regelmässige Subventionen der Gemeinde oder Kostenübernahme einer Defizitgarantie.

Als Mitarbeiterin im Mittagstisch kümmert man sich meist um die Kinder (allenfals um die Mahlzeitenzubereitung), während das Organisatorische von einem Verein/Vorstand getätigt wird.

Mittagstisch

Erweiterung Angebot

  • Nachschulische Kinderbetreuung mit/ohne Hausaufgabenhilfe
  • Hort => Bewilligungspflichtig (Kanton) ab 4 Kindern

Bewilligung

  • Auf privater Basis (bis 4 Kinder) in Bauernfamilie mit am Mittagstisch: Keine
  • Institutionalisierte Mittagstische (über 4 Kinder) welche Essen vor Ort kochen, können je nach Kanton melde/bewilligungspflicht sein und müssen auch lebensmittelhygienische (und weitere) Belange erfüllen

Qualität

Verantwortlich für die Qualität und Qualitätssicherung ist die Trägerschaft (resp. bei privatem Angebot die Bauernfamilie). Die Eltern wiederum beurteilen, ob sie zufrieden sind (Preis, Angebot/Nachfrage)

Hinweis

Kantonal können rechtliche / bewilligungstechnische Belange differieren und unterschiedlich geregelt sein.

Mittagstisch

Versicherung

  • Öffentliche Trägerschaft, Verein: übliche Versicherungen für Gebäulichkeiten,Sozialersicherungen für Mitarbeitende
  • Bauernfamilie auf privater Basis (bis 4 Mittagtisch-Kinder):
  • Eltern der abgebenden Mittagstischkinder: private Haftpflicht

Unfallverhütung

Publikationen auf www.bfu.ch
insbesondere «Unfallverhütung bei Kindern unter 16 Jahren»

Checkliste Kindersicherheit auf dem Bauernhof

Agritop