Betagte / Senioren

Bauernfamilien nehmen Senioren auf, welche ihren Lebensabend nicht in einem Heim verbringen möchten oder bieten Ferien- und Entlastungsplätze. Im Gegensatz zu Angehörigen, kann es mit familienfremden Menschen einfacher sein. Gemeinsame Altlasten aus der Vergangenheit trüben nicht den Alltag. Auch ist die gegenseitige Abhängigkeit kleiner, nötigenfalls kann das Betreuungs/Pflegeverhältnis wieder aufgelöst werden. Meistens gibt man sich eine Probezeit oder lernt sich bei einem Probe/Ferienaufenhalt besser kennen.


Vielfalt Seniorenbetreuung

Stationär:

  • Senioren WG: ohne Betreuung/Pflege
  • Senioren WG: mit Betreuung/Pflege
  • Betreutes Wohnen auf dem Bauernhof
  • Betreuungsplätze: mit/ohne Beschäftigung Haushalt/Hof
  • Senioren "Kleinheim"
  • Leicht-Pflegeplätze

Teilstationär:

  • Familien/Angehörigen-Entlastung:
    - Ferien- oder Wochenendaufenthalt mit/ohne Betreuung Pflege
    - Kurzzeitbetreuung/Pflege
  • Träger/Heimentlastung: Ferien/Wochenenaufenthalt & Betreuung/Pflege

"Ambulant":

  • Entlastung Betreuuender/Pflegender Familien:
    - Mittagstisch
    - Tageszentrum
    - Betreuungsplätze für Demenzkranke
  • Seniorenclub auf dem Bauernhof
  • Kurse auf dem Bauernhof: z.B mit Pro Senectute, SRK usw
  • Kurse mit der Bäuerin/Bauer: "Ergotherapie"
  • Ausflüge auf Bauernhöfe mit Gruppengastronmie (Gesellschaft pflegen, Tieren/Pflanzen begegnen, Seelenbalsam, "Früher" nachleben, Beweglich in Kopf und Körper bleiben, Tanzen, Tradition/Kulturangebote, Sing/Theaterprojekt usw.

Finanzierung der Seniorenbetreuung
  • Die Finanzierung des Aufenthaltes ist Sache des Pensionärs, resp. seiner Angehörigen oder Beistand. Fachorganisationen wie Pro Senectute, Rotes Kreuz, Spitex können Abklärungen und Administration diesbezüglich unterstützen oder auch abnehmen
  • Für Pflegehilfsmittel, ausserordentliche Aufwendungen, weitere Notwendigkeiten kann der Pensionär u.U. Zusatzfinanzierungen beantragen
  • Die AHV ist nicht zum sparen da. Die AHV/Ausgleichskasse deckt (meist) die Kosten von Kost/Logis
  • In der Regel können die Senioren die Kosten aus AHV, Vermögen und Ergänzungsleistungen abdecken. Evtl. kann/soll ein Antrag auf Hilflosenentschädigung gemacht werden
  • Sozialhilfegesetz: Wenn das Geld nicht reicht, ist die Gemeinde zuständig für persönliche und wirtschaftliche Hilfe. Dort kann unter Umständen auch Beratung/Unterstützung angefragt werde. Auch regionale Sozialberatungsstellen übernehmen diese Aufgabe 
  • Unterschied: Ob Pensionär "freiwillig" oder "verordnet" kommt, unterscheidet sich in Aufwand, Finanzierung und Ansätzen

Mustervorlage Pensionvertrag (Heim)


Bauliches

Unter bestimmten Voraussetzungen können in Landwirtschaftszonen für Soziale Betreuung Gebäulichkeiten umgenutzt oder/und neu gebaut werden (RPG, SR 700 Raumplanungsgesetz Bund) (Raumplanungsverordnung Bund SR 700.1, RPV)

=> Erweiterte bau- und sicherheitstechnische Auflagen für "Einrichtungen/Kleinheime"

Checkliste: Wohnen im Alter
Website: Wohnen im Alter
Website: Wohnform50+
Investoren: ZukunftsWohnen Netz
Artikel: Bauen für Demenzkranke
Fachstelle Demenz/Alzheimer Schwyz/Uri
Artikel: Die Wohnung anpassen bei Demenz


Relevante Rahmenbedingungen
  • Touristische Dienstleistungen sind (aus Sozialer Betreuungssicht) bewilligungsfrei
  • Betreuung von einzelnen Erwachsenen (meist bis 3) auch
  • Therapeutische Angebote können Auflagen unterstellt sein
  • Einrichtungen ("Kleinheime") ab 4 (5) Personen, bedingen eine kantonale Bewilligung, welche an weitere Auflagen und Bestimmungen geknüpft ist

 Anmerkungen:

Erwachsenenschutzgesetz (Teil des nZGB)

Pflegefinanzierung
Krankenversicherungsgesetz

Hilfslosenentschädigung
AHV/IV


Bewilligung Erwachsene

Je nach Kanton und Betreuungsform können bis zu 4 Personen bewilligungsfrei aufgenommen werden. Darüber bedarf es einer kant. Bewilligung als "Einrichtung" (früher: Kleinheim). Zuständig ist die kantonale Stelle (Departement des Innern). Info's auf deren Websites (Amt für Gesundheit/Soziales des Kantons).


Unterstützung Betreuung/Pflege Senioren
  • Spitex (regionale Spitex kontaktieren)
  • Pro Senectute (regionale Stelle kontaktieren)
  • Rotes Kreuz (regioale Stelle kontaktieren)

Die Dienstleistungen können sich regional unterscheiden (z.B Beratung, Mahlzeitendienst, Fahrdienst, Kurse, Freizeitangebote, Entlastung, Unterstützung bei Administration wie Hilflosen/Ergänzungsleistungen abklären, usw)


Pers. Vorsorgedokumentation / Vorsorgeauftrag

Per 1.1. 2013 tritt das neue Erwachsenenschutzrecht in Kraft. Nach der Teilrevision des ZGB werden im Abschnitt "Erwachsenenschutzt" folgende Bereiche gestärkt:

  •  das Selbstbestimmungsrecht
  • die Solidarität in der Familie
  • der besondere Schutz urteilsunfähiger Personen

Erstmals sind damit auch die Rahmenbedingungen für den Vorsorgeauftrag und die Patientenverfügung gesetzlich verankert. Diese schaffen die Voraussetzung dafür, dass insbesondere das Selbstbestimmungsrecht von älteren Personen gewahrt werden kann.

Die veränderten Gesetzesgrundlagen erfordern eine Anpassung von bestehenden und neuen Vorsorgedokumenten. Verschiedene Anbieter bieten Top-aktuelle Vorlagen CURAVIVA (Verband Heime und Institutionen), Pro Senectute (DOCUPASS löst Patientenverfügung ProSenectute ab), Weitere (siehe auch rechte Spalte)

Im VorsorgeauftragVorsorgedossier, sind persönliche Anliegen, Bedürfnisse, Forderungen und Wünsche im Zusammenhang mit Krankheit, Pflege, Sterben und Tod umfassend festgehalten. Die "Fertiglösung" DOCUPASS von ProSenectute z.B besteht aus folgenden Elementen: ausführliche Informationsbroschüre, Patientenverfügung, Anordnung für den Todesfall, Vorsorgeauftrag, Anleitung zur Errichtung eines Testaments, persönlicher Vorsorgeausweis.

Alte Bäume versetzt man nicht...

Kleinheim Ja/Nein?

Kantonal unterschiedlich können bis zu 4 Pensioräre aufgenommen werden. Darüber wird eine Bewilligung als "Einrichtung" (früher: 
"Kleinheim") notwenig (Qualität, Nachweis, Fachwissen, Gewährleistung Ablös, Organisation usw)

Wenn das Geld nicht reicht...

...ist das nicht "das Problem" der Betreuungsfamilie > Angehörige, Beistand mit Unterstützung Sozialer Stellen

Tipp

Die Betreuungs/Pflege-situation muss immer wieder neu beurteilt werden. Es empfielt sich der Beizug von Arzt und Fachstellen wie regionale Spitex, regionale Pro Senectute, Rotes Kreuz , Fachverband Heime und Institutionen (CURAVIVA) usw.

Kurse / Weiterbildung

PflegehelferIn SRK (früher; Rotkreuz-Kurs)

weitere Kurse Rotes Kreuz

Bildungsangebote CURAVIVA, Verband Heime und Institutionen

Der Betrieb einer "Einrichtung" (Kleinheim) stellt erhöhte Anforderungen an Aus- und Weiterbildung, Organisation usw.

Rechte & Merkblätter

Erwachsenenschutzgesetz (neu ab 1.1.2013)

Von der Vormundschaft zum Erwachsenenschutz

www.ahv-iv.info

Hilfsmittel für Angehörige

Per 2013 tritt das revidierte Erwachsenenschutzgesetz in Kraft, welches die Patientenverfügung erstmals gesamtschweizerisch im Bundesrecht regelt. Mehr Recht/Schutz - neue Möglichkeiten. Persönliche Vorsorgedossiers lösen "alte" Regelungsmöglichkeiten ab.

Oft gestellt Fragen - Erwachsenenschutz (Curaviva)

Vorsorgevertrag, Wegleitung & Muster (Curaviva)

DOCUPass ProSenectute: Wegleitung, Info, Vorlage (löst Patientenverfügung ProSenecute ab)

Übersicht Vorsorgedossiers/Patientenverfügungen der Deutschweiz

Artikel: Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung stärken Selbstbestimmungsrecht
Verordnung: Vermögensverwaltung