Bauernhofspielgruppe

In einer Spielgruppe treffen sich ca. 8  - 10 Kinder im Vorkindergartenalter von 3 - 5 Jahren, wöchentlich ein- bis dreimal zum freien Spielen und Werken, Singen, Geschichten hören, Gestalten und Experimentieren. Im Zentrum steht das Spiel - und nicht die Betreuung. Dennoch ermöglicht es Eltern regelmässige stundenweise Freiräume ohne Betreuungsaufgaben.

Die Spielgruppe hat hauptsächlich fünf Ziele:

  • fördert den Entdeckungs-, Bewegungs- und Tätigkeitsdrang der Kinder
  • ist soziales Lernfeld für Kinder
  • fördert die sprachliche und soziale Integration von Kindern aus benachteiligten Familien
  • unterstützt den für die Persönlichkeitsentwicklung wichtigen Ablösungsprozess der Kinder von elterlichen Bezugspersonen und fördert damit die Selbständigkeit
  • fördert den Kontakt und Erfahrungsaustausch unter Eltern

Spielgruppen sind konstante, fortlaufende Gruppen im Vorschulalter. Sie unterscheiden sich in Bezug auf Dauer, begrenzte Altersstufe, Zielsetzung und Elternmitwirkung von Krippen.

Spielgruppen dauern jeweils zwischen 2 und 3 Stunden. Meist werden sie ein bis zweimal pro Woche angeboten.

Eine Spielgruppenleiterin (Ausbildung nicht unbedingt Voraussetzung > jedoch empfehlenswert. Für Label Pflicht) führt die Gruppe und wird von einer zweiten Betreuungsperson unterstützt; einer Bäuerin, einem Elternteil oder einer Praktikantin.

Trägerschaften sind meist Vereine wie Kirchgemeinde oder auch Einzelfirma. Die Kosten werden durch die Elternbeiträge gedeckt. Mancherorts subventionieren Kirch- oder Schulgemeinden die Spielgruppe mit. 


Spielgruppe gründen

Spielgruppenleiterin oder -leiter ist ein pädagogischer Teilzeitberuf. Die IG Spielgruppen Schweiz bietet einen Grundkurs sowie Aufbau- und Spezialisierungskurse in verschiedenen Regionen der Schweiz an.

„Handbuch A-Z – Eine Spielgruppe planen, aufbauen, leiten“ Das neue Handbuch liefert unter 60 Stichworten Informationen, praktische Tipps sowie Checklisten für alle, die das Abenteuer Spielgruppe wagen wollen. Mustervorlagen zu rechtlichen und organisatorischen Fragen rund um die Spielgruppe erleichtern den Einstieg.

www.spielgruppe.ch

(Eine Spielgruppe kann auch ohne Weiterbildung geführt werden. Jedoch spielt der Markt)


Erweiterte Spielgruppe

Spielgruppe mit Mittagstisch
ermöglicht den Kindern die Erfahrung des gemeinsamen Mittagessens und den Eltern einen längeren zeitlichen Freiraum (z.B. von 9 - 13 Uhr). Weitere Variante: Eltern nehmen am gemeinsamen Mittagessen teil und lernen dabei die Kindergruppe und auch andere Eltern kennen. Meist werden dann die Eltern in Mittagstisch(dienst) einbezogen. Eine erweiterte Infrastruktur wird notwendig (Koch- und Essinfrastruktur => Achtung dazugehörende Bewilligungen)

Waldspielgruppen
kochen und essen im Wald. Benötigen keine bis wenig Infrastruktur.

Ganztagesspielgruppe
erweiterte Betreuungszeiten bedingen erweiterte Infrastruktur (Kochen, Essen, Rückzugs- und Schlafmöglichkeiten)


Angestellt oder Selbständig?

Die Entlöhnung für SpielgruppenleiterInnen ist sehr unterschiedlich: 

  • es können und sollen (Qualität) nicht mehr als 3 Gruppen parallel laufende Gruppen geführt werden
  • Die Kinderzahl in den Gruppen unterliegt Schwankungen

Das Einkommen kann den Lebensunterhalt nicht decken, sondern hat Nebenerwebscharakter. Das Leiten einer Spielgruppe ist also Zweitberuf in Teilzeitarbeit.

Eine SpielgruppenleiterIn kann als Einzelfirma arbeiten und führt dann die Spielgruppe mit allen Rechten, Pflichten und Risiken. Oder sie wird von einem Verein bzw. einer Elternorganisation oder (Kirch)Gemeinde oder Eltern-Kind-Organisation angestellt.

Verschiedene Spielgruppen können Trägerverein gründen. Je nach Rechtsform (Einzelfirma oder Verein) unterscheiden sich Rechte, Pflichten und Risiken der SpielgruppenleiterIn.  Vor allem in Haftungsfragen und generieren von Spenden hat der Verein Vorteile. Als Angestellte besteht Anrecht auf Sozialleistungen z.B bezahlte Ferien und Lohnfortzahlung bei Krankheit. Arbeitgebende sind verpflichtet, diese Leistungen auszurichten, auch wenn kein Arbeitsertrag besteht (OR, www.obligationenrecht.ch)

 


Bauliches

Für soziale Betreuungsangebote können in der Landwirtschaftszoen (ausserhalb Bauzone) unter bestimmten Vorausetzungen nicht mehr gebrauchte Gebäude umgenutzt oder auch Neubauten erstellt werden. 

Neubauten für Spielgruppen allein sind nicht über Spielgruppeneinnahmen allein finanzierbar. 

Alternativen zu eigenen teuren Investionen (Risiko!)

  • Wir haben Gebäulichkeiten z.B Bauernhof GastroEvent/Seminarraum/Remise/Weidstall - aber nicht die Ausbildung/Zeit für Spielgruppe => Vermietung Raum/Platz an Spielgruppenverein/Leiterin
  • Ich möchte Spielgruppe mitleiten - habe aber nicht Gebäulichkeiten und/oder Geld um zu investieren => in der Region Spielgruppe für Anschluss suchen oder mietbare Gebäulichkeiten für Spielgrupe
  • Ich möchte Spielgruppe auf unserem Hof leiten, habe keine Gebäulichkeiten => Waldspielgruppe aufbauen oder Spielgruppe im ausgebauten "Bauwagen" (Fahrnisbaute auf Rädern bewilligungstechnisch einfacher/finanziell einfacher zu tragen als Neubau, Aufwand/Ertrag im Verhältnis)
  • Mein Einsatz in der Spielgruppe soll auch Einkommen genieren (ohne grosses finanz. Risiko) > ich suche/bewerbe mich bei  Spielgruppe/Verein

Spielerisch Natur erfahren...

Bewilligung

Zuständigkeiten und Bewilligung sind kantonal/regional sehr unterschiedlich geregelt.

Aufsicht

Keine gesetzliche Aufsicht (je nach Kanton ab 5 Pers. oder xy-Anzahl Std. doch). Dank Spielgruppen-Dachverband SSLV bestehen ganz klare Vorstellungen, was Qualität in der Spielgruppe ausmacht. Eltern entscheiden ob Angebot "gut" ist oder nicht.

Versicherung

Die Eltern sollen eine Haftpflichtversicherung haben (schriftlich bestätigen lassen).

Spielgruppen-Betreiber brauchen relevante Versicherungen für Gebäude, Betrieb, Angstellte (siehe auch Spielgruppen-Handbuch)

Qualitätslabel

Der SSLV hat ein Qualitätslabel erarbeitet. "Dinne" und im Wald "Dusse". Das Label bestätigt und anerkennt Spielgruppen, die nach den Empfehlungen / Richtlinien, sowie dem Berufsbild des SSLV und der Ausbildungen geführt werden. Das Label ist auch Leistungsnachweis für SpielgruppenleiterInnen und Trägerschaften gegenüber Eltern, Behörden und Öffentlichkeit.